Das Laga Insomnia war ein Wochenendlager nur für Jungpfadfinder in der Nähe von Brühl. Wir (das heißt der größte Teil der Jungpfadfindergruppe und die Leiter Uta, Matthias und Steffi) fuhren am 20. Juli 2004 dorthin. Es war ein Mittelalterlager, was bedeutete, dass wir erst einmal in die entsprechende Zeit reisen mussten.

Nachdem wir vor dem Zeittunnel schätzungsweise eine halbe Stunde im Regen gestanden hatten, schleuste man uns hindurch. Dies war ziemlich umständlich, da wir mit unseren Rucksäcken oft hängen blieben. Etwa in der Mitte des Zeittunnels mussten wir sämtliche elektronischen Gegenstände abgeben. (Trotzdem konnten wir uns am Sonntag über die Fußball-Europameisterschaft auf dem Laufenden halten, da es einem Pfadfinder aus Dortmund gelungen war, ein Mini-Radio hineinzuschmuggeln.)

Als wir im Mittelalter angekommen waren, kam uns der „Dorfschultheiß“ auf einem Pferd entgegengeritten. Er zeigte uns den Platz, wo wir unsere Zelte aufschlagen konnten und verabschiedete sich. In der Nähe lagen Stämme für unsere Kohten (das sind schwarze Zelte, die aus sechs aneinander geknüpften Stoffbahnen, die an zwei oben aneinander festgebundenen Baumstämmen aufgehängt sind). Das Holz war über und über mit Blasen bedeckt. Zunächst wunderten wir uns darüber, doch schon bald platzte eine von ihnen auf und wir erkannten ihren Sinn: sie waren voll mit Harz. Die Angelegenheit wurde noch klebriger, als jemand auf die Idee kam, sie „auszudrücken“. Danach versuchten wir vergeblich, den Harz abzuwaschen.

Dann bekamen wir unser Abendessen (Reis mit Tomatensoße auf einem Salatblatt als Teller). Gegen 22 Uhr mussten wir in die Zelte, aber wir überredeten die Leiter, dass wir noch etwas aufbleiben durften.

Am nächsten Tag wurden wir darüber informiert, wie der Tag aussehen würde. Wir teilten uns in „Gilden“ auf (je nach Interesse. Man konnte z.B. Nägel schmieden, einen Ofen bauen, in dem Brot gebacken wurde, Kapuzen nähen, und Ähnliches). Doch das waren alles nur Vorbereitungen für das Fest, das am Abend anlässlich der Sommersonnenwende stattfinden sollte. Im Laufe des Tages wurden Freiwillige gesucht, die den „Sohn“ des Gutsherrn finden sollten, der den Brunnen vergiftet haben sollte. Als er gefunden war durften wir ihn mit nassen Schwämmen bewerfen.

Am Nachmittag mussten wir uns alle vor dem großen Zelt am Rande des Platzes versammeln und einen mittelalterlichen Gottesdienst (teilweise in Latein) über uns ergehen lassen. Aber schließlich war auch das vorbei und das Fest konnte beginnen. Die Gilde der Köche hatte ausreichend für das leibliche Wohl gesorgt (Spanferkel, Aprikosenknödel mit Vanillesoße, selbstgebackenes Brot, etc.). Nach dem Essen sahen wir uns ein Theaterstück an, das die Gauklergilde inszeniert hatte. Außerdem gab es diverse andere Darbietungen, wie Feuerschlucker Jongleure und andere unterhaltsame Sachen.

Gegen 2:30 Uhr gingen die ersten von uns in die Zelte, und um 4.00 Uhr meinten die Leiter, nun sei es aber wirklich Zeit. Obwohl wir anderer Meinung waren fügten wir uns. (Da die Leiter am längeren Hebel sitzen.)

Am nächsten Tag packten wir die Zelte zusammen und wurden wieder ins 21. Jahrhundert geschickt.

Alexander Castenholz & Philipp Schwarz


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