Rover genießen das Sauerland

Pfadfinden muss sich nicht immer mit Zelt im Wald und der Abkehr von normalerweise üblichen Hygienestandards legitimieren. Den allseits bekannten Stereotypen den Kampf ansagend, begaben sich sechs Rover (20-22 Jahre) und ihr Leiter der Gruppe DPSG St. Edith Stein aus Köln mit der Bahn und dem Fahrrad für vier Tage ins Sauerland, um dort in einem Ferienhäuschen einfach mal – nichts zu tun.

Bei der halbtägigen Anreise wurden gut 20 der 140 Kilometer mit dem Fahrrad bewältigt, wobei auch einige Hundert Höhenmeter überwunden werden mussten. Nach einigen Schwierigkeiten mit verpassten Zügen und diverser verschiedener Anreiserouten der Teilnehmenden, kamen alle wohlbehalten am späten Nachmittag in Wollseifen an. Wollseifen ist ein überschaubares Dörfchen ohne Einkaufsmöglichkeiten mit ganz genau 26 Häusern.

Um sich die nächsten Tage noch Verpflegen zu können begaben sich drei der Teilnehmenden noch auf die Odyssee zur nächsten Filiale einer größeren Supermarktkette bei Winterberg. Bei Dunkelheit, Regen, Waldwegen und unbeleuchteten Landstraßen kamen die drei nach einigen Stunden wieder wohlbehalten zurück.

Die nächsten Tage waren bestimmt von dem, was die Teilnehmer sich für ihre Gruppe ausgedacht hatten. So wurden viele Spiele gespielt, gebacken, Kürbisse geschnitzt, Filme auf Heimkinoniveau geschaut, Feuer ohne Feuerzeug gemacht (ein nicht zu überzeugender Idealist war also doch dabei), gegrillt, viel Musik gehört und gefeiert.

Nachdem der Sonntag verging, ohne dass jemand das Haus verlassen hatte, packte am Montag daraufhin alle der Bewegungsdrang. Nach dem Frühstück wurde erneut der Weg Richtung Winterberg angetreten, diesmal allerdings im Hellen und Trockenen. Angekommen in der Wintersportmetropole des Sauerlandes konnte den kindlichen Bedürfnissen auf der Sommerrodelbahn und beim Mini-Baggerschaufel steuern, freien Lauf gelassen werden. Am Abend wurde ein letztes Mal für dieses Jahr gegrillt und die verbliebene Zeit wieder mit Filmen und Spielen gefüllt.

Nach dem Aufräumen am nächsten Morgen ging es dann auch schon wieder zurück nach Köln, wobei alle Teilnehmer den Umstand, dass die Höhenmeterdifferenz diesmal bei  minus 300 Meter lag, sehr genossen. Zurück in Köln wurde allen der Alltag, der sie jetzt wieder erwarten wird, allzu schnell präsent. Man verabschiedet sich kurz, man wird sich schon in wenigen Tagen wieder sehen. Das Wochenende stand ausnahmsweise mal nicht im Zeichen der Kinder, sondern derer, die sonst ihre Wochenenden gerne für diese geben. Aus dem Alltag entfliehen, Zeit um gut kochen zu können, sich vier Tage lang ausschließlich mit den Menschen, die einen umgeben, beschäftigen, der Kreativität bei ungeplantem Programm etwas Freiheit zum herumblödeln geben. In diesem Sinne entsprach das Wochenende dann doch ganz dem pfadfinderischen Geist, der Idee des Ausbruchs – des Innehaltens.

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