Vorbereitungstreffen fanden statt, Regelwerk erklärt, Material beschafft, Team besprochen, Sachen gepackt, dann los. Voller Energie und Bock auf Action sind wir mit dem Zug wieder Richtung Westernohe. Die Vorfreude war groß, besonders bei den Pfadis, die letztes Jahr nicht dabei sein konnten. Das Regelwerk und das Gelände wurde überarbeitet, das Ziel: 36 Stunden Fahnenklau mitten im Westerwald. Diesmal deutlich größer aufgezogen als beim letzten Mal. Mehrere andere Stämme aus der Diözese haben teilgenommen, ein eigenes Küchenteam wurde organisiert. Wir mussten vom Bahnhof noch zum Zeltplatz laufen. Donnerstag Abends wurden nur noch die Zelte aufgebaut. Am Freitag wurde das Gebiet abgegangen und der Ehrgeiz wuchs in uns allen. Dann kam die Teambesprechung. Aufgaben, Taktiken, Rollen und Schlafenszeiten wurden verteilt, wobei letzteres eher außen vor Stand. Wir hatten eigene Karten gedruckt, Codewörter entwickelt, verschiedenste Gadgets mitgebracht und uns alle Tarnfarben angezogen.
Dann kam der Startschuss. Die Flaggen wurden versteckt, Wachen aufgestellt und vorsichtig machten sich die ersten auf den Weg ins Gegnergebiet. Doch dann hörten wir keine 40 Minuten nach Anfang die Vuvuzela der Spielleitung. Diese war eigentlich nur für Zwangspausen, Minispiele oder Besprechungen gedacht. War etwas passiert? Hatte sich (jetzt schon) wer verletzt? Über die nächste halbe Stunde kamen alle Teilnehmenden aus den Büchen gekrochen, nicht alle hatten das Signal gehört aber offensichtlich gab es etwas zu besprechen. So kam der Schock nicht auf einmal, sondern zäh und dezentral über die Menschen verteilt. Erst hieß es nur wir sollten das Spiel pausieren, da der Jäger wohl was zu sagen hatte. Dann stellte sich jedoch Stück für Stück heraus, dass das Problem größer war. Die Aktion war wohl trotz Wiederholung des letzten Jahres und Absprache mit dem Zeltplatz nicht an Jäger und Förster angekommen. Das Problem: Durch das Pfingstlager und das Prisma waren die Wildschweine im Wald schon sehr schreckhaft und der Jäger wollte dieses Wochenende noch ein paar Tiere erschießen, da sich die Schweinepest ausgebreitet hat. Außerdem war Brutzeit von vielen Tieren, die wir nicht stören sollten. Das Lager konnte also so nicht stattfinden. Wir durften grundsätzlich nach 18 Uhr nicht in den Wald und während der Schießzeit erst recht nicht.
Die Enttäuschung war riesig. All die Vorbereitung umsonst. Die Stimmung war geknickt, einige überlegten nach Hause zu fahren. Was ein unglücklicher Verlauf, was für ein Druck für die Lagerleitung diese Situation aufzufangen. Doch in solchen Fehltritten liegt auch oft viel Potenzial. Wir hatten fast das ganze Bundeszentrum für uns und ein verlängertes Wochenende Zeit. Ein Haufen motvierte Pfadis und einen durchaus üppigen Leitendenschlüssel. So wurde nach dem Einlegen einer Frustmahlzeit zusammen gebrainstormt. Worauf haben die Kinder Bock, was lässt sich organisieren, wer macht das. So konnten schnell die Paar Absprungskandidat:innen abgefangen werden. Die nächsten Tage lassen sich eigentlich als ein diözesanweites Pfadi-Rover Entspannungslager beschreiben. Neben lockeren Aufstehzeiten und gutem Wetter wurde Programm organisiert. Freitag Abend fand ein Planungs-/ Geländespiel statt mit verschiedenen Aufgaben, Stationen und Rollen. Der naheliegende Badesee wurde aufgesucht und auf dem Zeltplatz konnten wir dann doch eine große Runde Capture the Flag spielen, was mit einigen Regelvariationen für Abwechslung, und für ein paar Verletzungen sorgte. Die Singerunden am Lagerfeuer gingen bis in die frühen Morgenstunden und die ganze Zeit hatten wir eine Unmenge an Essen zu viel. Alles in allem ganz gut. Und das wichtigste: den Aufnäher bekamen wir trotzdem!
Nächstes Jahr klappts vielleicht richtig, dafür brauchen wir aber einen anderen Standort oder eine andere Jahreszeit, mal sehen.







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